Anthropoid

Wenn ich
gewachsen wäre irgendwo,
wo
leichtere Tage sind und schlanke Stunden,
ich hätte
dir ein großes Fest erfunden,
und meine
Hände hielten dich nicht so,
wie sie
dich manchmal halten, bang und hart.
Dort hätte
ich gewagt, dich zu vergeuden,
du
grenzenlose Gegenwart.
Wie einen
Ball
hätt ich
dich in alle wogenden Freuden
hineingeschleudert,
dass einer dich finge
und deinem
Fall
mit hohen
Händen entgegenspringe,
du Ding der
Dinge.
Ich hätte
dich wie eine Klinge
blitzen
lassen.
Vom
goldensten Ringe
ließ ich
dein Feuer umfassen,
und er
müsste mirs halten
über die
weißeste Hand.
Gemalt hätt
ich dich: nicht an die Wand,
an den
Himmel selber von Rand zu Rand,
und hätt
dich gebildet, wie ein Gigant
dich bilden
würde: als Berg, als Brand,
als Samum,
wachsend aus Wüstensand -
oder
es kann
auch sein: ich fand
dich
einmal...
Meine
Freunde sind weit,
ich höre
kaum noch ihr Lachen schallen;
und du: du bist
aus dem Nest gefallen,
bist ein
junger Vogel mit gelben Krallen
und großen
Augen und tust mir leid.
(Meine Hand
ist dir viel zu breit.)
Und ich heb
mit dem Finger vom Quell einen Tropfen
und
lausche, ob du ihn lechzend langst,
und ich
fühle dein Herz und meines klopfen
und beide aus Angst.

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